„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, Er ist auferstanden!“ (Lukas 24,5+6; Monatsspruch April 2017)

Das Jahr 2016 ist als ein ziemlich dunkles Kapitel in die Geschichtsbücher eingegangen. Neben Kriegen und Krisen, Gewalt und Gehässigkeit haben viele bekannte Persönlichkeiten diese Welt verlassen: Die Musikwelt trauert um Leonhard Cohen und Georg Michael; die Politik verlor Walter Scheel, Hildegard Hamm-Brücher und Peter Hintze; Freunde von Film und Fernsehen vermissen Manfred Krug, Bud Spencer und Götz George. Nicht zu vergessen alle, die liebe Angehörige und Freunde verloren haben, die es nicht in die Schlagzeilen schafften. Keiner von ihnen wird jemals zurückkehren. Wer sie sucht, wird an ihren Gräbern fündig.

„Ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand

kann sie schließen.“ (Offenbarung 3,8)

Darf ich Sie zu einem Experiment einladen? – Ja? Gut!

– Das geht so:

Nehmen Sie den Vers so zur Kenntnis, wie er da steht.

Denken Sie darüber nach und versuchen Sie zu hören,

welche Fragen er bei Ihnen aufwirft und welche Gedanken Ihnen kommen:

Wer hat hier wem eine Tür aufgetan? Wohin führt diese Tür? Warum

kann niemand mehr diese Tür verschließen? Wird erwartet, dass der

Angesprochene die Tür nutzt und hindurchgeht? Wo suche ich eigentlich

gerade nach einer offenen Tür? – Bitte nehmen Sie sich die Zeit für diese

und andere Fragen, bevor Sie weiterlesen …


„Er heilt alle, deren Herz zerrissen ist und verbindet ihre Wunden!“ (Psalm 147, 3)

 


Im Sommer 2008 konnte ich mit einem bunt gemischten Team eine tolle Freizeit in Schottland gestalten. Einige besondere Momente sind mir
lebhaft in Erinnerung geblieben. So hatten wir zwei Teilnehmerinnen, die von Gott die Gabe erhalten hatten, geistliche „Bilder“ an andere weiterzugeben.
Das war uns in der Seelsorge eine große Hilfe.

Gleich zu Beginn der Freizeit gaben sie uns ein „Bild“ weiter, das ein Herz mit einem Pflaster darauf zeigte. Gott wies uns mit diesem Bild darauf hin, dass sich unter den Teilnehmern einige befanden, die mit verletzten Herzen und noch unverheilten Wunden nach Schottland gekommen waren. Tatsächlich ergab sich aus einigen Gesprächen, dass es genauso war:

Eine junge Frau litt unter dem frühen Tod ihrer Schwester. Eine andere Teilnehmerin bekam die gestörte Beziehung zu ihrem Vater nicht unter
die Füße. Und nicht wenige haderten damit, keinen Partner bzw. keine Partnerin zu haben. Nicht allen konnten wir in der Seelsorge so weiterhelfen,
dass ihre Verletzungen sofort verschwanden. Aber es war heilsam, dass sie darüber reden und Schritte zur Heilung gehen konnten. Ein Anfang war gemacht
– Gott sei Dank!

Wenn wir uns auch als „gute FeG’ler“ an den Gedanken gewöhnen mussten, dass Gott durch geistliche „Bilder“ zu Menschen redet, sind wir doch schnell
dankbar für dieses Reden geworden. Warum? Weil wir selten zuvor so hautnah erlebt haben, wie Gott Menschen heilt, deren Herz zerrissen ist, wie er Wunden
verbindet.

Das tut Gott, und diese Botschaft vom heilenden Herrn ist uns aufs Herz gelegt, um sie weiterzusagen, aber auch, um uns als Werkzeuge dieser Heilung gebrauchen zu lassen.

Die Verletzungen menschlicher Herzen werden leider immer mehr in einer Zeit, in der leichtfertig mit Beziehungen umgegangen wird, wo Menschen immer noch den Egoismus für eine vertretbare Lebensform halten, aber auch zu hohe Erwartungen an das Leben und an andere Menschen haben, die zu Enttäuschungen und schließlich auch zu Verletzungen führen.

In diese Not hinein lässt uns Gott durch den Psalmbeter sagen, dass es echte Heilung gibt und dass Gott selbst für dieses Heilen sorgen will. Die Frage ist: Nehmen wir das großartige Angebot an und lassen wir es zu, dass der Heiland (!) unserer Herzen die Verletzungen behandelt und die Wunden verbindet? Dazu
gehört Offenheit und das Vertrauen in den besten aller Ärzte, der auch da heilend eingreifen kann, wo kein Mediziner dieser Welt mehr eine Therapie kennt.

Zugegeben – es gibt viele psychologische Fachleute, die sich auf die menschliche Seele spezialisiert haben und gute Arbeit leisten. Aber sie kommen doch an
ihre Grenzen, weil sie nur Kenner unserer Seele und unseres Herzens sind. Gott aber ist der Schöpfer, und keiner kennt uns im Innersten besser als Er. Darum kann auch keiner besser heilen als Er – eine einfache, aber wunderbare Wahrheit.

Wo liegen Deine Verletzungen? Wo hat das Leben Dir Wunden geschlagen, die Dein Herz mit Rissen belasten? Gott steht in Jesus vor uns, und Er bietet uns Heilung an.
Er kann es. Er will es. Und Er tut es – Gott sei Dank!


Peter Bernshausen

„Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in

Christus Jesus für euch.“

(1. Thessalonicher 5,18

nach der „Elberfelder Übersetzung“)

Vor gut zwölf Jahren erlebte ich in Chicago mein erstes

– und bislang einziges – „Thanksgiving“-Fest. Dieser

wichtige US-amerikanische Feiertag ist unserem

Erntedankfest nicht unähnlich, hat aber einen anderen

Hintergrund und wird etwa zwei Monate später als bei

uns gefeiert. Neben den vielen typischen Leckereien

(Truthahnfleisch, Süßkartoffeln, Kürbiskuchen

und anderes) ist mir vor allem eine persönliche

Runde in Erinnerung geblieben, bei der jeder

Anwesende sagen durfte, wofür er oder sie

besonders dankbar ist. Zum Glück war ich nicht als

Erster an der Reihe, denn ich musste zunächst einmal

nachdenken, wofür ich denn gerade dankbar bin.