„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, Er ist auferstanden!“ (Lukas 24,5+6; Monatsspruch April 2017)

Das Jahr 2016 ist als ein ziemlich dunkles Kapitel in die Geschichtsbücher eingegangen. Neben Kriegen und Krisen, Gewalt und Gehässigkeit haben viele bekannte Persönlichkeiten diese Welt verlassen: Die Musikwelt trauert um Leonhard Cohen und Georg Michael; die Politik verlor Walter Scheel, Hildegard Hamm-Brücher und Peter Hintze; Freunde von Film und Fernsehen vermissen Manfred Krug, Bud Spencer und Götz George. Nicht zu vergessen alle, die liebe Angehörige und Freunde verloren haben, die es nicht in die Schlagzeilen schafften. Keiner von ihnen wird jemals zurückkehren. Wer sie sucht, wird an ihren Gräbern fündig.

Nicht so Jesus Christus. Auch wenn viele „moderne“ Denker ihn ebenfalls in einem Jerusalemer Grab vermuten: Er lebt! Und wer will, der kann das auch er-leben und bezeugen. Die Jünger haben sich aufgemacht, und sie haben Jesus gefunden, quicklebendig. Davon konnten sie nicht schweigen, sondern mussten es schnell und weit verbreiten: Er lebt! „Alle Jahre wieder kommt das … Osterfest!“. Und in jedem Jahr genieße ich wieder ganz neu diese ganz besondere Gewissheit am ersten Ostertag: Er lebt! – Er ist wahrhaftig auferstanden! So, wie die Engel am leeren Grab den verängstigten, trauernden Jüngern sagen konnten, dass sie dort nicht fündig werden, so rufen und verstärken wir bis heute und morgen ihre schier unbeschreibliche Freudenbotschaft in die Welt hinein: „Was sucht ihr Menschen den Lebendigen bei den Toten? Jesus ist nicht bei den großen Toten geblieben, Er ist auferstanden!“ neu aufleben; Beziehungen können heilen und von neuem Leben erfüllt werden; neues Leben kann in Kirchen und Gemeinden einziehen; tot geglaubte Projekte können neu erblühen. Weil Jesus auferstanden ist, hat das Leben gewonnen, und der Tod ist besiegt.

Selbst an Gräbern von Christen ist die Hoffnung nicht weit, denn auch und gerade dort verkündigen wir, dass dem Tod der Stachel genommen wurde, dass dieser Mensch nur in dieser Welt, nicht aber bei Gott tot ist. Bleiben wir nicht bei der Trauer über verstorbene Promis und beerdigte Träume stehen, sondern halten wir Ausschau nach dem, was Gott 2017 durch Jesus Christus in unserem Leben neu beleben will. Jesus ist auferstanden, und seitdem ist nichts mehr unmöglich, was mit Gott und mit Leben zu tun hat.

 

Gott segne Sie! Ihr Pastor Peter Bernshausen

 

Andacht zum Monatsspruch Dezember 2017 – Thema:

 

Das Schönste kommt noch.

 

Lukas 1,78-79: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

 

„Na, schon alle Geschenke besorgt?“ – „Was wünschst du dir denn zu Weihnachten?“ – Diese und ähnliche Fragen werden zur Zeit oft gestellt. Bald ist es ja wieder da, das Fest der Gaben und Geschenke. Man kann den ganzen Stress und Rummel ja ablehnen, aber insgeheim freut sich doch jeder über ein gelungenes Geschenk. Natürlich gibt es auch Enttäuschungen. So wünschte ich mir als Schuljunge, weil ich gerne zeichnete, sehnlichst ein Reißzeug (Zirkelkasten). Zufällig sah ich, unbeabsichtigt, wie meine Eltern solch einen Kasten auspackten. Wie groß aber war die Enttäuschung, als nicht ich, sondern mein Schwager, der an der Berg-Schule studierte, dieses Gerät bekam. Viele Jahre später „schenkte“ ich mir dann selbst ein gutes Reißzeug.

 

Der Monatsspruch ist ein Wort aus der Geschichte von Zacharias und Elisabeth (Lukas 1). Diese beiden, inzwischen sehr alten Leute, hatten lebenslang einen unterfüllten Wunsch. Wie oft mögen sie zu Gott gerufen haben, aber ihre Ehe blieb kinderlos. Das war in damaliger Zeit die absolute Katastrophe. Da erfährt Zacharias während seines P r i e ste rd i e n ste s durch einen Engel, dass Gott ihm endlich den erbetenen Sohn schenken will. Über diese Botschaft ist er so perplex, dass es ihm für die nächsten Monate die Sprache verschlägt. Aber dann, als sich alles nach des Engels Worten erfüllt, bricht es förmlich aus ihm heraus, ein überströmender Lobpreis der Gnade Gottes, das „Benediktus“.

 

Sein Sohn Johannes soll Prophet des Höchsten und Wegbereiter des Messias sein. Nun ist sein Lebenswerk mehr als erfüllt. Die Geschichte könnte hier zu Ende sein, aber das Schönste und Beste kommt noch. Zacharias schaut prophetisch weit in die Zukunft und sieht das Größte, was Gott jemals tun wird: Die Erlösung der verlorenen Menschheit durch den Erlöser, das Licht aus der Höhe, Jesus, das Licht der Welt.

 

Als Christen wissen wir um die größte und schönste Gabe Gottes: Unser Retter, Heiland und Erlöser Jesus Christus, von dem wir fröhlich und begeistert singen: „Welch Glück ist’s, erlöst zu sein.“ Auf ihn soll ja auch alles Schenken zu Weihnachten hinweisen. Aber das Schönste kommt noch. Wir gehen einem großen Ziel entgegen. In einem alten Lied heißt es: „Jesus, er mein Heiland lebt; ich werd‘ auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? – Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, dass mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann.“

 

 

 

Karl Sieger war von 1979 bis 1986 Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Grafweg, gehört der Gemeinde auch heute noch an und ist einer der Leiter unserer Gebetstreffen.

 

„Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in

Christus Jesus für euch.“

(1. Thessalonicher 5,18

nach der „Elberfelder Übersetzung“)

Vor gut zwölf Jahren erlebte ich in Chicago mein erstes

– und bislang einziges – „Thanksgiving“-Fest. Dieser

wichtige US-amerikanische Feiertag ist unserem

Erntedankfest nicht unähnlich, hat aber einen anderen

Hintergrund und wird etwa zwei Monate später als bei

uns gefeiert. Neben den vielen typischen Leckereien

(Truthahnfleisch, Süßkartoffeln, Kürbiskuchen

und anderes) ist mir vor allem eine persönliche

Runde in Erinnerung geblieben, bei der jeder

Anwesende sagen durfte, wofür er oder sie

besonders dankbar ist. Zum Glück war ich nicht als

Erster an der Reihe, denn ich musste zunächst einmal

nachdenken, wofür ich denn gerade dankbar bin.

„Ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand

kann sie schließen.“ (Offenbarung 3,8)

Darf ich Sie zu einem Experiment einladen? – Ja? Gut!

– Das geht so:

Nehmen Sie den Vers so zur Kenntnis, wie er da steht.

Denken Sie darüber nach und versuchen Sie zu hören,

welche Fragen er bei Ihnen aufwirft und welche Gedanken Ihnen kommen:

Wer hat hier wem eine Tür aufgetan? Wohin führt diese Tür? Warum

kann niemand mehr diese Tür verschließen? Wird erwartet, dass der

Angesprochene die Tür nutzt und hindurchgeht? Wo suche ich eigentlich

gerade nach einer offenen Tür? – Bitte nehmen Sie sich die Zeit für diese

und andere Fragen, bevor Sie weiterlesen …


„Er heilt alle, deren Herz zerrissen ist und verbindet ihre Wunden!“ (Psalm 147, 3)

 


Im Sommer 2008 konnte ich mit einem bunt gemischten Team eine tolle Freizeit in Schottland gestalten. Einige besondere Momente sind mir
lebhaft in Erinnerung geblieben. So hatten wir zwei Teilnehmerinnen, die von Gott die Gabe erhalten hatten, geistliche „Bilder“ an andere weiterzugeben.
Das war uns in der Seelsorge eine große Hilfe.

Gleich zu Beginn der Freizeit gaben sie uns ein „Bild“ weiter, das ein Herz mit einem Pflaster darauf zeigte. Gott wies uns mit diesem Bild darauf hin, dass sich unter den Teilnehmern einige befanden, die mit verletzten Herzen und noch unverheilten Wunden nach Schottland gekommen waren. Tatsächlich ergab sich aus einigen Gesprächen, dass es genauso war:

Eine junge Frau litt unter dem frühen Tod ihrer Schwester. Eine andere Teilnehmerin bekam die gestörte Beziehung zu ihrem Vater nicht unter
die Füße. Und nicht wenige haderten damit, keinen Partner bzw. keine Partnerin zu haben. Nicht allen konnten wir in der Seelsorge so weiterhelfen,
dass ihre Verletzungen sofort verschwanden. Aber es war heilsam, dass sie darüber reden und Schritte zur Heilung gehen konnten. Ein Anfang war gemacht
– Gott sei Dank!

Wenn wir uns auch als „gute FeG’ler“ an den Gedanken gewöhnen mussten, dass Gott durch geistliche „Bilder“ zu Menschen redet, sind wir doch schnell
dankbar für dieses Reden geworden. Warum? Weil wir selten zuvor so hautnah erlebt haben, wie Gott Menschen heilt, deren Herz zerrissen ist, wie er Wunden
verbindet.

Das tut Gott, und diese Botschaft vom heilenden Herrn ist uns aufs Herz gelegt, um sie weiterzusagen, aber auch, um uns als Werkzeuge dieser Heilung gebrauchen zu lassen.

Die Verletzungen menschlicher Herzen werden leider immer mehr in einer Zeit, in der leichtfertig mit Beziehungen umgegangen wird, wo Menschen immer noch den Egoismus für eine vertretbare Lebensform halten, aber auch zu hohe Erwartungen an das Leben und an andere Menschen haben, die zu Enttäuschungen und schließlich auch zu Verletzungen führen.

In diese Not hinein lässt uns Gott durch den Psalmbeter sagen, dass es echte Heilung gibt und dass Gott selbst für dieses Heilen sorgen will. Die Frage ist: Nehmen wir das großartige Angebot an und lassen wir es zu, dass der Heiland (!) unserer Herzen die Verletzungen behandelt und die Wunden verbindet? Dazu
gehört Offenheit und das Vertrauen in den besten aller Ärzte, der auch da heilend eingreifen kann, wo kein Mediziner dieser Welt mehr eine Therapie kennt.

Zugegeben – es gibt viele psychologische Fachleute, die sich auf die menschliche Seele spezialisiert haben und gute Arbeit leisten. Aber sie kommen doch an
ihre Grenzen, weil sie nur Kenner unserer Seele und unseres Herzens sind. Gott aber ist der Schöpfer, und keiner kennt uns im Innersten besser als Er. Darum kann auch keiner besser heilen als Er – eine einfache, aber wunderbare Wahrheit.

Wo liegen Deine Verletzungen? Wo hat das Leben Dir Wunden geschlagen, die Dein Herz mit Rissen belasten? Gott steht in Jesus vor uns, und Er bietet uns Heilung an.
Er kann es. Er will es. Und Er tut es – Gott sei Dank!


Peter Bernshausen